Zum Inhalt springen
SanierTakt
Wachsen und führen

Stundensatz kalkulieren: So rechnest du deinen Preis pro Stunde

Stundensatz im Sanierungsbetrieb berechnen: produktive Stunden, Lohnnebenkosten, Gemeinkosten, Wagnis und Gewinn. Mit Beispielrechnung zum Nachrechnen.

Von Michael AlbrandtAktualisiert am 4 Minuten Lesezeit

Rechenweg in vier Schritten. Produktive Stunden ermitteln, Kosten zusammenzählen, Wagnis und Gewinn aufschlagen, teilen. Darunter eine Beispielrechnung mit ausgedachten Zahlen.
Der Rechenweg zum eigenen Stundensatz. Die Zahlen sind ein Beispiel, setz deine eigenen ein.Grafik in voller Größe
Inhalt

Warum reicht der Lohn plus Aufschlag nicht?

Viele rechnen so: Stundenlohn mal zwei, fertig. Das geht oft schief. Denn dein Monteur ist nicht jede bezahlte Stunde beim Kunden.

Er hat Urlaub, Feiertage und ist mal krank. Er räumt das Lager auf und fährt zum Großhändler. Dazu kommen Fahrzeug, Geräte, Büro und Versicherungen. All das muss in den Stunden stecken, die du abrechnest.

Die Handwerkskammer Region Stuttgart rechnet ein Beispiel vor. Dort ist der Lohn knapp ein Drittel des Stundensatzes. Der Rest sind Lohnnebenkosten, Gemeinkosten und Gewinn.

Wie viele Stunden kannst du wirklich abrechnen?

Das ist der wichtigste Schritt. Du startest mit den bezahlten Stunden eines Jahres. Dann ziehst du alles ab, was kein Kunde bezahlt.

  • Urlaub: Gesetzlich sind es mindestens 24 Werktage. Bei einer Fünf-Tage-Woche sind das 20 Arbeitstage. Oft steht im Vertrag mehr.
  • Feiertage: Wie viele es sind, hängt von deinem Bundesland ab.
  • Krankheit: Bis zu sechs Wochen zahlst du den Lohn weiter. Nimm deinen Schnitt aus den letzten Jahren.
  • Zeit ohne Kunde: Lager, Werkstatt, Geräte prüfen, Fahrten, die du nicht berechnest.

Übrig bleiben die produktiven Stunden. Die Zeiten dafür holst du aus deiner Zeiterfassung. Wie die im Alltag klappt, steht in Arbeitszeit erfassen.

Welche Kosten gehören hinein?

Nimm die Kosten eines ganzen Jahres. Am einfachsten geht das mit der letzten Auswertung deines Steuerberaters. Diese Blöcke brauchst du.

Nach den Kalkulationshilfen der Handwerkskammern Region Stuttgart und Konstanz.
BlockWas dazugehört
LohnBruttolöhne der Leute auf der Baustelle
LohnnebenkostenSozialversicherung des Arbeitgebers, BG BAU, Umlagen, bezahlter Urlaub und Feiertage, Lohn bei Krankheit
GemeinkostenFahrzeuge, Werkstatt, Lager, Büro, Bürokraft, Versicherungen, Abschreibung der Geräte, Telefon
UnternehmerlohnDein eigenes Gehalt, wenn du Inhaber bist und kein Gehalt beziehst
Wagnis und GewinnEin Aufschlag für Risiken und für Rücklagen, etwa neue Geräte

Ob die SOKA-BAU für dich gilt, steht in SOKA-BAU für Sanierungsbetriebe.

So rechnest du den Stundensatz aus

Der Rechenweg hat vier Schritte. Er ist bei jedem Betrieb gleich, nur die Zahlen sind anders. Oder du setzt deine Zahlen direkt in den Stundensatz-Rechner ein.

  1. 1Produktive Stunden ermittelnBezahlte Stunden im Jahr minus Urlaub, Feiertage, Krankheit und Zeit ohne Kunde.
  2. 2Kosten zusammenzählenLohn, Lohnnebenkosten, Gemeinkosten und dein Unternehmerlohn für ein Jahr.
  3. 3Wagnis und Gewinn aufschlagenLeg den Aufschlag fest und rechne ihn auf die Kosten drauf.
  4. 4TeilenDie Summe geteilt durch die produktiven Stunden ergibt deinen Stundensatz netto.

Bei Privatkunden nennst du den Preis mit Umsatzsteuer. Das verlangt die Preisangabenverordnung. Firmen und Versicherern nennst du ihn meist netto.

Beispiel: deine Zahlen einsetzen

Hier eine Rechnung für einen Monteur. Alle Zahlen sind ausgedacht und gerundet. Die Tabelle zeigt nur den Rechenweg. Setz deine eigenen Zahlen ein.

Beispiel mit ausgedachten Zahlen, kein Richtwert. Dein Satz kann deutlich höher oder niedriger liegen.
SchrittBeispielDeine Zahl
Bezahlte Stunden im Jahr52 Wochen mal 40 Stunden = 2.080…
minus Urlaub, Feiertage, Krankheit50 Tage mal 8 Stunden = 400…
minus Zeit ohne Kunde280 Stunden…
Produktive Stunden1.400…
Lohn im Jahr40.000 Euro…
Lohnnebenkosten16.000 Euro…
Anteil Gemeinkosten28.000 Euro…
Kosten zusammen84.000 Euro…
plus Wagnis und Gewinn8.400 Euro…
Summe92.400 Euro…
Stundensatz netto92.400 geteilt durch 1.400 = 66 Euro…

Wie oft solltest du neu rechnen?

Mindestens einmal im Jahr, am besten mit dem Jahresabschluss. Und immer, wenn sich viel ändert. Etwa bei neuen Löhnen, einem neuen Fahrzeug oder einer neuen Bürokraft.

Arbeitest du in einem Partnernetz eines Versicherers, gelten oft feste Rahmenpreise. Rechne vorher nach, ob du damit hinkommst. Mehr dazu steht in Partnerbetrieb für Versicherer werden.

Wie du den Satz in dein Angebot bringst, steht in Angebot nach Gewerken.

Den neuen Preis kündigst du so an: Preiserhöhung ankündigen.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Kann ich einfach die Preise anderer Betriebe nehmen?

Lieber nicht. Deren Kosten und Stunden kennst du nicht. Dein Satz muss deine eigenen Kosten tragen.

Gehört mein eigenes Gehalt in den Stundensatz?

Ja. Als Inhaber eines Einzelunternehmens rechnest du einen Unternehmerlohn ein. Sonst arbeitest du am Ende umsonst.

Rechne ich mit oder ohne Umsatzsteuer?

Du kalkulierst netto. Privatkunden nennst du aber den Gesamtpreis mit Umsatzsteuer.

Wer hilft mir beim Rechnen?

Die Betriebsberater deiner Handwerkskammer und dein Steuerberater. Nimm die letzte Auswertung und deine Stundenzettel mit.

So kommst du zu deinem Stundensatz

  • Bezahlte und produktive Stunden des letzten Jahres aus der Zeiterfassung holen.
  • Alle Kosten eines Jahres nach Blöcken zusammenstellen.
  • Deinen Unternehmerlohn und die SOKA-BAU prüfen.
  • Wagnis und Gewinn festlegen und aufschlagen.
  • Den Satz mindestens einmal im Jahr neu rechnen.

SanierTakt – die App für Schadensanierung.

Dein Satz steckt in jedem Angebot

Angebote nach Gewerken, mit deinen eigenen Preisen. So rechnest du jeden Auftrag mit dem Satz, den du kalkuliert hast.

Waschi zeigt den Daumen nach oben.

Mehr Feierabend. Weniger Papierkram.

Zeig mir die App

SanierTakt ist die App für Schadensanierungsbetriebe. Dahinter steht Albitsystem aus Niefern-Öschelbronn. Entstanden ist die App bei HEVA Schadensanierung.