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Abrechnung und Versicherung

VdS 3150 einfach erklärt: Was Versicherer bei Leitungswasser erwarten

Was steht in der VdS 3150? Ursache, Leckortung, Trocknungsangebot, Stromzähler, Protokoll und Abtretung einfach erklärt. Für Sanierungsbetriebe.

Von Michael AlbrandtAktualisiert am 6 Minuten Lesezeit

Fünf Schritte nach VdS 3150. Ursache belegen, Angebot vorab, Strom zählen, Protokoll führen, abrechnen. Dazu Hinweise zur Ursache, zur Regeltrocknungszeit und zu Asbest.
Was die VdS 3150 von dir erwartet, vom ersten Foto bis zur Rechnung.Grafik in voller Größe
Inhalt

Was ist die VdS 3150?

Die VdS 3150 ist die Richtlinie der Versicherer für die Beseitigung von Leitungswasserschäden. Herausgeber ist der Gesamtverband der Versicherer, kurz GDV. Erschienen ist die Richtlinie im Verlag VdS. Die aktuelle Ausgabe stammt von Januar 2025 und ersetzt die Fassung von 2018.

Versicherer haben die Richtlinie mit Verbänden der Sanierung und mit Sachverständigen erarbeitet. Die Richtlinie ist ausdrücklich unverbindlich. Unverbindlich heißt aber nicht egal. Die Mitglieder des Fachverbands FSU etwa verpflichten sich darauf.

Das PDF bekommst du frei beim VdS-Verlag. Es trägt ein Wasserzeichen gegen Vervielfältigung. Verlinke es deshalb, statt es weiterzuschicken. Diese Übersicht hilft dir beim Nachschlagen im Original.

ThemaAbschnitt in der VdS 3150
Rollen im Schadenfall1.4
Ursache und Leckortung5, Muster A5
Trocknungsangebot6.3.5
Stromzähler6.3.5.1
Dämmschichten6.3.5.2 und Anhang A10
Trocknungsprotokoll6.3.7 und Anhang A6
Mehrarbeit und Wertverbesserung6.4
Abtretung4.4.2, 7 und Muster A3

Wer ist wer nach der VdS 3150?

Die Richtlinie beschreibt die Rollen im Schadenfall genau. Das hilft dir bei Auftrag, Abnahme und Rechnung. Bei Eigentümergemeinschaften kann die Hausverwaltung eine Vollmacht zur Vergabe haben.

RolleWas die VdS 3150 dazu sagt
VersicherungsnehmerHat den Vertrag, meldet den Schaden sofort und hält ihn klein. Bekommt die Entschädigung in der Regel selbst.
EigentümerBeauftragt und nimmt ab, selbst oder über eine Vollmacht. Bei ihm liegen die Rechte bei Mängeln.
SachbearbeiterPrüft den Versicherungsschutz, führt den Schriftverkehr und zahlt aus.
ReguliererAnsprechpartner des Versicherers vor Ort, angestellt oder extern beauftragt.
SachverständigerKlärt bei größeren Schäden Ursache, Umfang, Sanierung und Kosten.

Alle Beteiligten erklärt der Artikel Wer ist wer im Schadenfall?.

Warum zuerst die Ursache?

Getrocknet wird erst, wenn die Ursache gefunden und behoben ist. Sonst trocknest du gegen das Wasser an.

Die Ursache belegst du mit Übersichts- und Detailfotos, bei Bedarf mit Video. Das kaputte Bauteil hebst du auf, bis der Versicherer es freigibt. Baumängel dokumentierst du getrennt vom Leitungswasserschaden.

Fertig ist die Leckortung erst, wenn die Ursache gefunden und möglichst freigelegt ist. Weitere Ursachen müssen ausgeschlossen sein. In den Bericht der Leckortung gehören diese Angaben:

  • Datum, Uhrzeit und Dauer der Ortung
  • Alle Anwesenden
  • Verfahren und Ergebnis
  • Fotos, bei Bedarf eine Skizze
  • Hinweise auf Schadstoffe wie Asbest

Was gehört ins Trocknungsangebot?

Bevor die Trockner laufen, bekommt dein Auftraggeber ein Angebot. Darin stehen diese Punkte:

  • Umfang der Trocknung, also Räume und Bauteile
  • Zahl der Geräte
  • Voraussichtliche Dauer
  • Trocknungsziel
  • Möglichst ein Zeitplan

Die Richtlinie sieht an jedem Gerät oder jeder Anlage einen geeichten kWh-Zähler vor. So bekommt dein Kunde die echten Stromkosten erstattet. Bevorzugt wird die Intervalltrocknung. Mehr dazu steht in Stromkosten der Trocknung abrechnen.

Adsorptionstrockner sind vor allem für Hohlräume gedacht, Kondenstrockner für Räume und Oberflächen. Dämmschichten unter Estrich trocknest du in der Regel im Unterdruck. Die Abluft darf nur nach draußen, wenn niemand gefährdet wird. Sonst braucht es einen Filter der Staubklasse H.

Was muss ins Trocknungsprotokoll?

Das Trocknungsprotokoll ist dein Nachweis. Ziel ist die Ausgleichsfeuchte, die der Baustoff ohne den Schaden hätte. Das Protokoll zeigt den Verlauf über die ganze Trocknung. Erst danach beginnt der Wiederaufbau.

Das Muster im Anhang erfasst auch Raumklima, Auf- und Abbaudatum und Stromverbrauch. Mindestens gehören diese Angaben hinein:

  • Grundriss oder Skizze
  • Messpunkte mit Lage und Höhe
  • Messgerät, Messeinheit und Messverfahren je Messpunkt

Wie lange darf eine Trocknung dauern?

Für Dämmschichten und Estrich nennt die Richtlinie Regeltrocknungszeiten. Das sind Richtwerte. Plane Angebot und Zeitplan danach.

Quelle: VdS 3150, Anhang A10.
BauteilRegeltrocknungszeit
Dämmschicht aus Polystyrol oder XPS14 Tage
Dämmschicht aus Mineralfaser14 bis 21 Tage
Dämmschicht aus Perlite14 bis 18 Tage
Schüttungen14 bis 21 Tage
Verbundestrich14 Tage

Ist das Trocknungsziel in zumutbarer Zeit nicht zu erreichen, wird zurückgebaut. Dauert es länger als geplant, sprich früh mit dem Versicherer. Mehr zur Technik steht in Dämmschichttrocknung.

Mehrarbeit, Wertverbesserung und Abtretung

Zeigt sich mehr Schaden als gedacht? Dann stimm die Mehrarbeit vorher mit dem Versicherer ab. Wertverbesserungen weist du getrennt aus. Diesen Teil zahlt dein Kunde selbst.

Für die Abtretung enthält die Richtlinie ein Muster. Danach ist die Abtretung nicht widerrufbar. An Selbstbeteiligung, Abnahme und Gewährleistung ändert sie nichts. Der Versicherer ist an der Abnahme nicht beteiligt.

Wie du eine Abtretung sauber formulierst, steht in Abrechnung mit der Versicherung.

Was sagt die Richtlinie zu Asbest?

Hat der Bau vor dem 31. Oktober 1993 begonnen, rechnest du mit Asbest. Das sagt auch die VdS 3150. Der Verdacht gilt, bis Unterlagen oder Proben das Gegenteil zeigen. Meist reicht das Baujahr. Bei Baujahren von 1993 bis 1996 brauchst du das Datum des Baubeginns.

Dein Auftraggeber muss dir vorhandene Informationen vor Beginn geben, schriftlich oder elektronisch. Reichen die Angaben nicht, prüfst du selbst. Das ist eine eigene Leistung, die extra bezahlt wird. Prüfen solltest du etwa Putze, Spachtel, Fliesenkleber, Kitte und Floor-Flex-Platten.

Welche Richtlinien gibt es noch?

Die VdS 3150 gilt für Leitungswasser. Für Schimmel, Brand, Fäkalwasser und Asbest gibt es eigene Richtlinien.

RichtlinieWorum es geht
VdS 3151Schimmel nach Leitungswasserschäden. Ab mehr als 0,5 m² Befall in der Regel ein Fachbetrieb.
VdS 2357Brandschadensanierung mit den Gefahrenbereichen GB 0 bis GB 3.
VdS 3154Schäden durch Fäkalwasser.
VdS 3155Asbest.

Mehr dazu steht in Schimmelsanierung im Betrieb und in Brandschaden sanieren.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Ist die VdS 3150 Pflicht?

Nein, die Richtlinie ist ausdrücklich unverbindlich. Die Versicherer beschreiben darin aber, was sie erwarten. Wer sich daran hält, liefert die passenden Unterlagen.

Wo bekomme ich die VdS 3150?

Frei als PDF beim VdS-Verlag. Das PDF hat ein Wasserzeichen. Verlinke es, statt es weiterzuschicken.

Gilt die VdS 3150 auch für Schimmel und Brand?

Nein. Für Schimmel nach Leitungswasser gibt es die VdS 3151, für Brand die VdS 2357.

Wer bekommt die Stromkosten erstattet?

In der Regel der Versicherungsnehmer. Deshalb sieht die Richtlinie an jedem Gerät einen geeichten kWh-Zähler vor.

So arbeitest du nach der VdS 3150

  • Die aktuelle Ausgabe herunterladen und im Büro bereithalten.
  • Ursache fotografieren, kaputtes Teil aufheben, Leckortung mit Bericht.
  • Vor der Trocknung ein Angebot mit Geräten, Dauer und Ziel schreiben.
  • An jedes Gerät einen geeichten kWh-Zähler hängen.
  • Messpunkte mit Lage, Höhe, Gerät und Verfahren protokollieren.
  • Mehrarbeit vorher abstimmen, Wertverbesserungen getrennt ausweisen.

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Das Protokoll entsteht beim Messen

Du trägst die Messwerte auf der Baustelle ein. Das Protokoll entsteht gleich mit.

Waschi zeigt den Daumen nach oben.

Mehr Feierabend. Weniger Papierkram.

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SanierTakt ist die App für Schadensanierungsbetriebe. Dahinter steht Albitsystem aus Niefern-Öschelbronn. Entstanden ist die App bei HEVA Schadensanierung.