Leckortung: Welche Methode wofür? Die Verfahren im Überblick
Leckortung im Überblick: Feuchtemessung, Elektroakustik, Tracergas, Thermografie und Kamera. Dazu, was in den Leckortungsbericht gehört.
Von Michael AlbrandtAktualisiert am 5 Minuten Lesezeit

Inhalt
Warum kommt die Leckortung zuerst?
Getrocknet wird erst, wenn die Ursache gefunden und behoben ist. So steht es in der VdS 3150, der Richtlinie der Versicherer. Wer vorher trocknet, trocknet gegen ein Leck an.
Beim Versicherer entscheidet der Sachbearbeiter, ob ein Leckorter kommt. Kläre das früh und halte fest, wer dich beauftragt hat. Wer im Schadenfall was entscheidet, steht in Wer ist wer im Schadenfall?
Wo die Leckortung im ganzen Ablauf steht, zeigt Wasserschaden: der Ablauf.
Wie gehst du vor?
Vom Groben zum Feinen. Meist brauchst du dafür mehr als ein Verfahren.
- 1EingrenzenWo ist es nass, seit wann, welche Leitung läuft dort? Feuchtemessung und Druckprobe grenzen den Bereich ein.
- 2OrtenElektroakustik, Korrelation, Tracergas oder Thermografie finden die Stelle. Welches Verfahren passt, hängt von Leitung und Umgebung ab.
- 3Sichtbar machenEndoskop, Rohrkamera oder Farbprobe bestätigen den Fund. Möglichst legst du die Stelle frei.
- 4Weitere Ursachen ausschließenEin Fund heißt nicht, dass es der einzige ist. Prüf, ob noch andere Ursachen in Frage kommen.
- 5BelegenFotos, Bericht und das kaputte Teil. Das Teil hebst du auf, bis der Versicherer es freigibt.
Wie grenzt du den Schaden ein?
Mit der Feuchtemessung findest du die nasse Fläche und oft die Richtung. Die Kugelsonde misst schnell und ohne zu bohren. Laut Hersteller Gann reicht sie aber nur 20 bis 40 mm tief. Für die Tiefe nimmst du die Widerstandsmessung mit Elektroden.
Miss immer auch an einer trockenen Stelle gleicher Bauart. Das ist dein Vergleichswert. Digits sind nur Relativwerte. Vergleich deshalb nie Werte verschiedener Geräte. Metall im Untergrund treibt die Anzeige hoch.
Ein schneller Test: Alle Hähne zu und den Wasserzähler beobachten. Dreht er sich trotzdem, läuft irgendwo Wasser.
Mehr zu Geräten und typischen Messfehlern steht in Feuchtemessung.
Welche Methode passt wofür?
Jedes Verfahren hat seine Stärken. Die VdS 3150 nennt diese Verfahren für die Leckortung.
| Verfahren | Wofür es passt | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Feuchtemessung | Schaden eingrenzen | Zeigt die nasse Fläche, nicht das Loch |
| Druckprobe | Prüfen, ob eine Leitung dicht ist | Zeigt nicht die genaue Stelle |
| Elektroakustik | Leitungen unter Druck abhören | Der Standard. Schwer bei Lärm und Kunststoffrohren |
| Korrelation | Längere Leitungen, etwa im Erdreich | Das Gerät berechnet die Stelle aus der Laufzeit des Geräuschs |
| Tracergas | Kunststoffrohre, laute Umgebung | Formiergas aus 95 Prozent Stickstoff und 5 Prozent Wasserstoff. Gut lüften |
| Thermografie | Heizung, Warmwasser, Fußbodenheizung | Bei Kaltwasser nur bedingt |
| Endoskop | In Hohlräume, Schächte und Vorwände schauen | Kleines Loch statt großer Öffnung |
| Rohr- und Kanalkamera | Abwasserrohre und Kanäle von innen sehen | Zeigt Schäden im Rohr |
| Farbprobe | Abläufe, Duschen, Abwasser | Gefärbtes Wasser zeigt, wo es austritt |
| Elektroimpuls | Abdichtungen, etwa auf Flachdächern | Findet Fehlstellen in der Abdichtung |
Elektroakustik hört mit einem Bodenmikrofon das Geräusch, das austretendes Wasser unter Druck macht. Die Wärmebildkamera zeigt dagegen Temperaturunterschiede. Deshalb klappt sie bei warmen Leitungen gut, bei Kaltwasser nur bedingt.
Was musst du beim Formiergas beachten?
Als Tracergas dient Formiergas aus 95 Prozent Stickstoff und 5 Prozent Wasserstoff. Du gibst es in die Leitung. Am Leck tritt es aus. Ein Messgerät spürt den Wasserstoff an der Oberfläche auf.
Mit höchstens 5 Prozent Wasserstoff gilt Formiergas als nicht brennbar. In hoher Konzentration verdrängt es aber den Sauerstoff. Dann droht Erstickungsgefahr.
Was gehört in den Leckortungsbericht?
Die VdS 3150 beschreibt, was im Bericht stehen soll. Ein Muster dafür steht im Anhang der Richtlinie.
- Datum, Uhrzeit und Dauer der Leckortung.
- Wer dabei war.
- Welche Verfahren du genutzt hast.
- Das Ergebnis, also Ursache und Lage.
- Fotos, bei Bedarf eine Skizze.
- Hinweise auf Schadstoffe wie Asbest.
Mach Übersichts- und Detailfotos der Ursache, bei Bedarf auch ein Video. Heb das kaputte Teil auf, bis der Versicherer es freigibt. Baumängel dokumentierst du getrennt.
Warum gehört der Asbesthinweis dazu?
Zum Freilegen öffnest du Wände und Böden. Bei Baubeginn vor dem 31. Oktober 1993 gilt Asbestverdacht. Er gilt, bis Unterlagen oder Proben das Gegenteil zeigen. Mit dem Auge erkennst du Asbest nicht.
Betroffen sein können Putze, Spachtel, Fliesenkleber und Kitte. Auch Floor-Flex-Platten mit Bitumenkleber gehören dazu. Der Auftraggeber muss dir vorhandene Infos vor Beginn geben. Reichen die nicht, prüfst du als Leistung, die extra bezahlt wird.
Für Arbeiten mit Asbest brauchen deine Leute Grundkenntnisse, die verantwortliche Person Sachkunde. Den Nachweis brauchst du bis zum 5. Dezember 2027. Mehr dazu steht in Schulungen für Schimmel und Asbest.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Gibt es ein Verfahren, das immer passt?
Nein. Bei Leitungen unter Druck ist Elektroakustik der Standard. Bei Kunststoffrohren oder Lärm hilft Tracergas. Für Heizung und Warmwasser passt die Thermografie.
Wann ist die Leckortung fertig?
Wenn die Ursache gefunden und möglichst freigelegt ist. Und wenn du weitere Ursachen ausgeschlossen hast. Getrocknet wird erst, wenn die Ursache auch behoben ist.
Muss ich das kaputte Teil aufheben?
Ja, bis der Versicherer es freigibt. Er oder sein Sachverständiger will es vielleicht ansehen.
Ist Formiergas gefährlich?
Mit höchstens 5 Prozent Wasserstoff gilt es als nicht brennbar. In hoher Konzentration droht aber Erstickungsgefahr. Also gut lüften.
Brauche ich für Leckortung einen Meister?
Leckortung als reine Messung ist nicht klar geregelt. Frag vorher schriftlich bei deiner Handwerkskammer nach. Mehr dazu steht in Brauchst du als Sanierer einen Meister?
So läuft deine nächste Leckortung
- Baujahr und vorhandene Asbest-Infos beim Auftraggeber erfragen.
- Nasse Fläche mit Vergleichswert messen und in die Skizze eintragen.
- Passendes Verfahren wählen, bei Formiergas gut lüften.
- Fund bestätigen, möglichst freilegen und fotografieren.
- Kaputtes Teil aufheben, bis der Versicherer es freigibt.
- Bericht mit Datum, Dauer, Anwesenden, Verfahren und Ergebnis schreiben.
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Jedes Foto am richtigen Schaden
Fotos landen automatisch im richtigen Schaden. Mit Datum und Uhrzeit. So passt jedes Bild zum Bericht.





