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Feuchtemessung nach Wasserschaden: So misst du richtig

Feuchte richtig messen: Widerstand, Kugelsonde, Mikrowelle, Bohrloch, CM und Darr im Vergleich. Dazu Digits, Vergleichswert, Messpunkte und Belegreife.

Von Michael AlbrandtAktualisiert am 5 Minuten Lesezeit

Tabelle mit sechs Messverfahren und ihren Grenzen. Widerstand, Kugelsonde, Mikrowelle, Bohrloch, CM-Methode und Darr-Methode, jeweils mit Einsatz und Schwäche.
Sechs Verfahren im Vergleich. Kein Gerät kann alles.Grafik in voller Größe
Inhalt

Was zeigt dein Feuchtemessgerät eigentlich?

Viele Geräte zeigen Digits. Das ist keine Einheit für Wasser im Baustoff. Es ist ein Relativwert, der nur für dieses eine Gerät gilt.

Deshalb vergleichst du nie Werte von zwei verschiedenen Geräten. Und du brauchst immer einen Vergleichswert an einer trockenen Stelle gleicher Bauart. Fehlende Vergleichswerte sind ein typischer Fehler in Messprotokollen.

Kenn ich: Der Kollege misst mit seinem Gerät nach, und plötzlich passt nichts mehr. Die Werte waren nie vergleichbar.

Gemessen wird im ganzen Schaden, von der Schadenaufnahme bis zur Endkontrolle. Auch bei der Leckortung grenzt du den nassen Bereich so ein. Wo die Messung im Ablauf steht, zeigt Wasserschaden: der Ablauf.

Was die Anzeige bedeutet, steht in Digits bei der Feuchtemessung.

Welches Verfahren passt wofür?

Kein Verfahren kann alles. Diese Übersicht hilft dir bei der Wahl.

Nach VdS 3150, Herstellerangaben und Merkblättern der Verbände.
VerfahrenGut fürGrenzen
WiderstandDämmschichten, Holz, Gipskarton und Mauerwerk, auch in der TiefeTemperatur, Salze und Metall verfälschen. Nur im selben Baustoff vergleichen.
Kugelsonde (kapazitiv)Schnell und ohne Bohren eingrenzenMisst nicht in der Tiefe, bei einem gängigen Gerät 20 bis 40 mm. Metall im Untergrund treibt den Wert hoch.
MikrowelleBaustoffe mit SalzenMetall stört. Misst nicht durch Beläge.
Ausgleichsfeuchte im BohrlochJeder Baustoff, auch im KernDie Sonde braucht Zeit, bis sie sich angleicht.
CM-MethodeBelegreife von EstrichDu brauchst eine Probe aus dem Estrich.
Darr-MethodeAm genauestenNur im Labor. Getrocknet wird Zement bei 105 °C, Calciumsulfat bei 40 °C.

Schreib zu jedem Wert das Verfahren dazu. Nur so kann ein anderer deine Zahlen lesen.

Warum brauchst du einen Vergleichswert?

Ein Wert allein sagt wenig. Erst der Vergleich mit einer trockenen Stelle zeigt, wie nass ein Bauteil ist. Such dir dafür dieselbe Bauart, etwa die gleiche Wand im Nachbarraum.

Bei der Widerstandsmessung vergleichst du nur Werte im selben Baustoff. Holz und Gipskarton geben andere Zahlen als Mauerwerk.

Was verfälscht deine Messwerte?

Viele falsche Werte haben einfache Gründe. Auf diese Fallen achtest du bei jeder Messung.

  • Metall: Bewehrung, Rohre oder Profile treiben die Kugelsonde hoch. Bei einem gängigen Gerät steigt die Anzeige so auf etwa 50 Digits.
  • Wandanschlüsse: Mit der Kugelsonde hältst du etwa 10 cm Abstand.
  • Salze und Temperatur: Beides verfälscht die Widerstandsmessung. Die Mikrowelle reagiert nicht auf Salze.
  • Beläge: Durch Fliesen oder Parkett misst die Mikrowelle nicht.
  • Ungeduld im Bohrloch: Die Sonde braucht Zeit, bis sie sich angeglichen hat.
  • Zu frühe Endmessung: Kurz nach der Trocknung zeigen Oberflächengeräte zu niedrige Werte.

Zeigt ein Wert etwas Seltsames, prüf mit einem zweiten Verfahren nach.

Wie legst du Messpunkte richtig an?

Die VdS 3150 verlangt einen Grundriss oder eine Skizze. Darin stehen die Messpunkte mit Lage und Höhe. Zu jedem Punkt gehören Messgerät, Einheit und Verfahren. So gehst du vor.

  1. 1Vergleichswert messenAn einer trockenen Stelle gleicher Bauart, mit demselben Gerät.
  2. 2Punkte festlegenVom nassen Bereich bis zur trockenen Grenze. So sieht jeder, wie weit die Feuchte reicht.
  3. 3Punkte markierenDie Nummer an die Stelle und in die Skizze. Dazu Lage und Höhe.
  4. 4Angaben notierenGerät, Einheit und Verfahren für jeden Punkt.
  5. 5Immer gleich messenGleicher Punkt, gleiche Höhe, gleiches Gerät, bei jedem Termin.

Wie dicht du misst, hängt vom Schaden ab. Ein festes Raster dafür nennt keine unserer Quellen. Fotografier jeden Messpunkt einmal mit seiner Nummer. So findet ihn auch ein Kollege wieder.

Was sonst ins Protokoll gehört, steht in Trocknungsprotokoll.

Wie misst du in der Tiefe?

Oberflächengeräte wie die Kugelsonde messen nur die oberen Zentimeter. Für Dämmschichten unter dem Estrich brauchst du Tiefe. Dafür gibt es Widerstandsmessung mit Tiefenelektroden oder die Messung im Bohrloch.

Im Bohrloch misst eine Sonde die Ausgleichsfeuchte. Das geht bei allen Baustoffen. Die Sonde braucht aber Zeit, bis sie sich angeglichen hat.

Am Ende der Trocknung ist Vorsicht gefragt. Kurz danach zeigen Oberflächengeräte zu niedrige Werte. Die Endkontrolle machst du deshalb mit der Sonde in frisch gebohrten Löchern. Mehr dazu steht in Trocknungsziel.

Wann ist der Estrich belegreif?

Soll ein neuer Belag auf den Estrich, reicht trocken nicht. Dann zählt die Belegreife. Der Standard dafür ist die CM-Messung. Die Darr-Methode im Labor ist genauer.

Wie die Messung genau läuft: CM-Messung und Belegreife.

Grenzwerte nach TKB-Merkblatt 8 und den Hinweisen der Verbände für Parkett und Flächenheizung.
EstrichUnbeheiztBeheizt
Zementestrichhöchstens 2,0 CM-Prozenthöchstens 1,8 CM-Prozent
Calciumsulfatestrichhöchstens 0,5 CM-Prozenthöchstens 0,3 CM-Prozent (strittig)

Ehrlich gesagt: Nicht alle Werte sind unstrittig. Die DIN 18560-1 nennt für beheizten Calciumsulfatestrich 0,5 statt 0,3 CM-Prozent. Auch über die KRL-Methode wird noch gestritten. Halte dich deshalb an die Angaben von Belag-Hersteller und Verband.

Schreib die Messmethode immer dazu. Und stimm die Messung mit dem Bodenleger ab, bevor er kommt.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Kann ich Digits von zwei Geräten vergleichen?

Nein. Digits sind Relativwerte und gelten nur für ein Gerät. Wechselst du das Gerät, brauchst du einen neuen Vergleichswert.

Wie viele Digits sind trocken?

Eine feste Zahl für alle Baustoffe gibt es nicht. Maßstab ist dein Vergleichswert an einer trockenen Stelle gleicher Bauart.

Warum zeigt die Kugelsonde hohe Werte, obwohl alles trocken ist?

Oft steckt Metall im Untergrund, etwa eine Bewehrung oder ein Rohr. Das treibt die Anzeige hoch. Prüf dann mit einem anderen Verfahren nach.

Wie tief misst eine Kugelsonde?

Bei einem gängigen Gerät 20 bis 40 mm. Für tiefere Schichten brauchst du Tiefenelektroden oder ein Bohrloch.

Ist die CM-Messung vor dem neuen Belag Pflicht?

Die CM-Messung ist der Standard für die Belegreife. Die Darr-Methode ist genauer, braucht aber ein Labor. Stimm dich mit dem Bodenleger ab.

So misst du richtig

  • Vor der ersten Messung einen Vergleichswert an trockener Stelle nehmen.
  • Messpunkte mit Lage und Höhe in die Skizze eintragen und vor Ort markieren.
  • Immer dasselbe Gerät und dasselbe Verfahren nutzen.
  • Zu jedem Wert Gerät, Einheit und Verfahren aufschreiben.
  • Auffällige Werte mit einem zweiten Verfahren prüfen.
  • Vor neuem Belag die Belegreife mit CM messen.

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Messpunkte einmal anlegen

Du legst die Messpunkte einmal an. Bei jedem Termin trägst du die Werte ein. So siehst du den Verlauf, und das Protokoll entsteht gleich mit.

Waschi zeigt den Daumen nach oben.

Mehr Feierabend. Weniger Papierkram.

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SanierTakt ist die App für Schadensanierungsbetriebe. Dahinter steht Albitsystem aus Niefern-Öschelbronn. Entstanden ist die App bei HEVA Schadensanierung.