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CM-Messung: Wann ist der Estrich belegreif?

CM-Messung Schritt für Schritt: Probe über den ganzen Querschnitt, Einwaage, Schütteln, Ablesen. Dazu die Grenzwerte für Zement- und Calciumsulfatestrich.

Von Michael AlbrandtAktualisiert am 5 Minuten Lesezeit

Fünf Schritte der CM-Messung. Probe über den ganzen Querschnitt, zerkleinern, einwiegen, schütteln, nach zehn Minuten ablesen. Darunter die Grenzwerte für unbeheizten und beheizten Estrich.
So läuft eine CM-Messung. Die Grenzwerte gelten nach dem Hinweisblatt des Parkettverbands.Grafik in voller Größe
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Was misst die CM-Methode?

In der Druckflasche trifft deine Probe auf Calciumcarbid. Das reagiert mit dem Wasser und bildet ein Gas. Das Gas erhöht den Druck in der Flasche. Am Manometer liest du den Druck ab. Eine Skala oder Tabelle rechnet ihn in Feuchte um.

Das Ergebnis heißt CM-Prozent. Die CM-Methode erfasst vor allem das freie Wasser im Estrich. Die Darr-Methode bei 105 °C erfasst auch gebundenes Wasser. Deshalb sind CM-Werte und Darr-Werte nicht dasselbe.

Einen Überblick über alle Messverfahren gibt Feuchtemessung nach Wasserschaden.

Die Vorprüfung mit dem Messgerät erklärt Digits bei der Feuchtemessung.

Wann brauchst du die CM-Messung nach einem Wasserschaden?

Immer dann, wenn ein neuer Belag auf den Estrich kommt. Trocken und belegreif sind zwei Paar Schuhe. Trocken heißt, der Estrich hat wieder seine normale Ausgleichsfeuchte. Belegreif heißt, der Belag kommt auf den Estrich, ohne Schaden zu nehmen.

Das Trocknungsziel weist du mit Protokoll und Endkontrolle im Bohrloch nach. Die Belegreife prüfst du zusätzlich mit CM. Mehr dazu steht in Wann ist trocken wirklich trocken?.

Welche Grenzwerte gelten?

Die Werte stammen aus der Erfahrung der Verbände. Der Parkettverband nennt diese Grenzen für Parkett, Laminat, elastische und textile Beläge.

Quelle: Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik, Hinweisblatt 01/2023. Gilt auch für beschleunigte Estriche.
EstrichUnbeheiztBeheizt
Zementestrich, Probe aus der unteren Hälfte oder dem unteren Drittelhöchstens 2,0 CM-Prozenthöchstens 1,8 CM-Prozent
Zementestrich bis 65 mm, Probe über den ganzen Querschnitthöchstens 1,8 CM-Prozenthöchstens 1,6 CM-Prozent
Calciumsulfatestrichhöchstens 0,5 CM-Prozenthöchstens 0,3 CM-Prozent

Nicht alle Quellen sind sich einig. Die DIN 18560 nennt für beheizten Calciumsulfatestrich 0,5 statt 0,3 CM-Prozent. Unter Fliesen und Naturstein gelten andere Werte. Halte dich an den Hersteller des Belags und sprich mit dem Bodenleger.

So läuft die CM-Messung

Der Hersteller Radtke beschreibt in seiner Anleitung diesen Ablauf. Dein Gerät kann andere Angaben haben. Dann gilt die Anleitung deines Geräts.

  1. 1Stelle wählenBei Fußbodenheizung nur an markierten Messstellen. Sonst triffst du leicht ein Heizrohr.
  2. 2Probe nehmenMit Hammer und Meißel auf etwa 10 mal 10 cm. Und zwar gleichmäßig über den ganzen Querschnitt, bis unten.
  3. 3ZerkleinernDie Stücke im Beutel zerschlagen, bis alle kleiner als 10 mm sind. Gut durchmischen.
  4. 4EinwiegenZementestrich 50 g, Calciumsulfatestrich 100 g. Mit einem Manometer mit Anzeige reichen bei Calciumsulfat 50 g.
  5. 5BefüllenErst die Stahlkugeln, dann die Probe ohne Verlust, dann die Ampulle mit Calciumcarbid. Deckel zu.
  6. 6SchüttelnZwei Minuten kräftig schütteln. Nach fünf Minuten eine Minute schütteln.
  7. 7AblesenNach zehn Minuten kurz aufschütteln und ablesen. Den Wert auf eine Kommastelle aufschreiben.

Nach dem Öffnen muss der Zementstein pulverig sein. Steigt der Druck später noch, zählt das nicht. Dann kommt chemisch gebundenes Wasser dazu.

Welche Fehler machen die Messung falsch?

Die meisten Streitfälle entstehen bei der Probe. Auf diese Punkte achtest du.

  • Nur oben entnommen: Estrich trocknet von oben. Unten ist er feuchter. Nimm die Probe deshalb über den ganzen Querschnitt.
  • Falsche Einwaage: Die Skala passt nur zur richtigen Probenmenge.
  • Zu wenig geschüttelt: Dann reagiert nicht alles, und der Wert ist zu niedrig.
  • Kalte Flasche: Die Umrechnung bezieht sich auf 20 °C. Weicht die Temperatur stark ab, stimmt der Wert weniger genau.
  • Gerät nicht geprüft: Radtke empfiehlt die Prüfung mit einer Kalibrierampulle. Und zwar mindestens zweimal im Jahr.

Wer misst, und was kommt ins Protokoll?

Vor der Verlegung prüft der Bodenleger den Untergrund. Die erste CM-Messung ist laut Parkettverband für den Bodenleger ohne Berechnung. Stimm dich trotzdem vorher ab. Dann misst keiner doppelt, und keiner fehlt.

Misst du selbst, schreibst du ein Protokoll. Das gehört hinein.

  • Datum, Ort, Raum und Messstelle.
  • Art des Estrichs, Dicke und ob er beheizt ist.
  • Temperatur und Luftfeuchte im Raum.
  • Einwaage, Druck und Ergebnis in CM-Prozent.
  • Ob die Belegreife erreicht ist, mit Unterschrift.

Fotografier die Messstelle und die Anzeige am Manometer. Muss der Estrich neu gelegt werden, ist das meisterpflichtig. Mehr dazu steht in Brauchst du als Sanierer einen Meister?.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Reicht ein Feuchtemessgerät mit Kugel statt der CM-Messung?

Für die Vorprüfung ja, für die Belegreife nicht. Laut Hersteller Gann eignet sich die Kugel zur Vorprüfung mit nachfolgender CM-Messung.

Warum muss die Probe von ganz unten kommen?

Estrich trocknet nur nach oben. Unten bleibt er länger feucht. Eine Probe nur von oben zeigt deshalb einen zu guten Wert.

Wie lange dauert eine CM-Messung?

Die Reaktion in der Flasche dauert zehn Minuten. Dazu kommen Probe nehmen, zerkleinern und einwiegen.

Was kostet die CM-Messung?

Einen festen Preis gibt es nicht. Laut Parkettverband ist die erste Messung für den Bodenleger ohne Berechnung.

So misst du die Belegreife richtig

  • Vor dem neuen Belag die CM-Messung mit dem Bodenleger abstimmen.
  • Bei Fußbodenheizung nur an markierten Stellen messen.
  • Die Probe über den ganzen Querschnitt nehmen und zerkleinern.
  • Richtig einwiegen, nach Anleitung schütteln, nach zehn Minuten ablesen.
  • Protokoll mit Foto der Anzeige ablegen.
  • Das CM-Gerät regelmäßig mit der Kalibrierampulle prüfen.

SanierTakt – die App für Schadensanierung.

Das Manometer im Foto

Fotografier Messstelle und Anzeige. Fotos landen automatisch im richtigen Schaden. Mit Datum und Uhrzeit.

Waschi zeigt den Daumen nach oben.

Mehr Feierabend. Weniger Papierkram.

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