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Fäkalwasserschaden sanieren: Was die VdS 3154 von dir erwartet

Fäkalwasser nach Rohrbruch oder Rückstau sanieren. Schutz deiner Leute, Sofortmaßnahmen, Rückbau oder Reinigung und die Erfolgskontrolle.

Von Michael AlbrandtAktualisiert am 4 Minuten Lesezeit

Der Fäkalwasserschaden in fünf Schritten. Schützen, abschotten und aufnehmen, reinigen oder zurückbauen, desinfizieren und trocknen, Erfolgskontrolle. Darüber der Unterschied zwischen Grauwasser und Schwarzwasser.
Der Ablauf nach dem Merkblatt VdS 3154. Die Einzelheiten legt deine Gefährdungsbeurteilung fest.Grafik in voller Größe
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Grauwasser oder Schwarzwasser?

Die Versicherer haben für diese Schäden ein eigenes Merkblatt, die VdS 3154. Es ergänzt die VdS 3150 für Leitungswasser und die VdS 3151 für Schimmel. Wie diese ist es unverbindlich.

Das Merkblatt unterscheidet zwei Arten von Abwasser.

Nach VdS 3154 (Ausgabe 2023-02).
ArtWoher
GrauwasserDusche, Spüle, Waschmaschine
SchwarzwasserToilette und Urinal, also Fäkalwasser

Um Schwarzwasser geht es in diesem Artikel. Typische Ursachen sind ein gebrochenes Abwasserrohr oder ein Rückstau aus dem Kanal.

Warum ist Fäkalwasser so gefährlich?

Bei Fäkal- und Hochwasserschäden kommen Erreger mit höherem Infektionsrisiko vor. Vor allem Erreger, die Magen und Darm angreifen. Die Erreger gelangen meist über die Hände in den Mund. So beschreibt es die DGUV Information 201-028.

Bei Leckagen in Schmutzwasserleitungen und bei Rückstau ist immer mit Erregern zu rechnen. Hygiene ist deshalb der wichtigste Schutz.

Was tust du zuerst?

Die VdS 3154 nennt diese Sofortmaßnahmen.

  1. 1Wasser aufnehmenOhne direkten Kontakt, etwa mit Sauger und Pumpe.
  2. 2Bereich abschottenDamit niemand den Schmutz in andere Räume trägt.
  3. 3Flächen reinigen oder abdeckenWas nicht sofort gereinigt werden kann, deckst du ab.
  4. 4Lüften oder entfeuchtenDie Feuchte muss raus. Lüftungsanlagen schaltest du bei Bedarf ab.

Vorher machst du Fotos wie bei jedem Wasserschaden. Was sonst zum ersten Termin gehört, steht in Wasserschaden: der Ablauf.

Wie schützt du deine Leute?

Grundlage ist deine Gefährdungsbeurteilung nach Biostoffverordnung und DGUV Information 201-028. Erst kommen technische, dann organisatorische, dann persönliche Maßnahmen.

Als Schutzausrüstung nennt die VdS 3154 diese Teile.

  • Gesichtsschutz.
  • Stulpenhandschuhe.
  • Gummistiefel.
  • Ein Schutzanzug, der keine Feuchte durchlässt.

Dazu kommt konsequente Hygiene, etwa Hände waschen vor jeder Pause.

Laut VdS 3154 bietet der Arbeitgeber in der Regel Schutzimpfungen an, etwa gegen Hepatitis. Eine Pflichtvorsorge für Hepatitis A gibt es nur für Kläranlagen und Kanalisation. Die arbeitsmedizinische Vorsorge soll den Kontakt mit Fäkalwasser aber berücksichtigen. Sprich das mit deinem Betriebsarzt ab.

Reinigen oder rausreißen?

Die VdS 3154 ist hier klar. Bausubstanz zu erhalten, ist grundsätzlich besser. Was nicht zu retten ist, kommt aber raus.

Zusammenfassung nach VdS 3154, Kapitel 4.
BauteilNach VdS 3154
Estrich und DämmungEntfernen, wenn sie nicht zu sanieren sind
Leichtbau und PutzWenn nötig mit Sicherheitsabstand zurückbauen
MetallReinigen und desinfizieren
OberflächenReinigen. Eine Feinreinigung wie bei Schimmel braucht es nicht.

Zum Desinfizieren nimmst du nur zugelassene Mittel. Zugelassene Mittel tragen eine Registriernummer der BAuA. Üblich ist Wasserstoffperoxid. Gegen Geruch nennt die VdS 3154 Ozon, Peroxid und Wärme. Bei Ozon darf niemand die Räume betreten.

Bei alten Häusern gilt vor dem Rückbau wie immer: erst auf Asbest prüfen. Mehr dazu steht in Schimmelsanierung nach Wasserschaden.

Brauchst du Proben, und wann bist du fertig?

Ist der Schaden offensichtlich, brauchst du laut VdS 3154 grundsätzlich keine Proben. Wird doch geprüft, dienen Darmbakterien wie E. coli und Enterokokken als Anzeiger. Proben der Raumluft sind dafür ungeeignet. Feste Grenzwerte gibt es nicht.

Fertig bist du, wenn vier Dinge stimmen.

  • Die Bauteile haben dauerhaft ihre normale Ausgleichsfeuchte.
  • Ablagerungen sind beseitigt.
  • Niemand kommt mehr mit belasteten Flächen in Kontakt.
  • Es riecht dauerhaft nicht mehr.

Proben nach der Trocknung sagen wenig aus. Wenn du prüfst, dann im feuchten Zustand vor der Endtrocknung. Wie du das Trocknungsziel nachweist, steht in Wann ist trocken wirklich trocken?.

Wer zahlt den Schaden?

Das hängt von der Ursache ab. Bricht ein Abwasserrohr im Haus, ist das nach den Musterbedingungen der Versicherer Leitungswasser. Drückt Wasser nach Starkregen aus dem Kanal zurück, ist es Rückstau. Das zahlt nur ein Elementarschutz.

Mehr dazu steht in Leitungswasser oder Starkregen.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Muss ich bei Fäkalwasser immer den Estrich rausnehmen?

Nicht immer. Die VdS 3154 bevorzugt den Erhalt. Estrich und Dämmung, die nicht zu sanieren sind, kommen aber raus.

Brauche ich eine Laborprobe?

Bei einem offensichtlichen Schaden laut VdS 3154 grundsätzlich nicht. Raumluftproben sind dafür ungeeignet.

Ist die Hepatitis-Impfung Pflicht?

Eine Pflichtvorsorge gibt es nur für Kläranlagen und Kanalisation. Laut VdS 3154 bietet der Arbeitgeber Impfungen aber in der Regel an. Sprich mit deinem Betriebsarzt.

Wie werde ich den Geruch los?

Die VdS 3154 nennt Ozon, Peroxid und Wärme. Bei Ozon dürfen die Räume nicht betreten werden.

Deine Liste für den Fäkalwasserschaden

  • Die Gefährdungsbeurteilung für Fäkalwasser schreiben.
  • Schutzausrüstung im Fahrzeug bereithalten.
  • Wasser ohne direkten Kontakt aufnehmen und den Bereich abschotten.
  • Erhalten, wo es geht, und nicht zu Rettendes zurückbauen.
  • Nur zugelassene Desinfektionsmittel nehmen.
  • Ausgleichsfeuchte messen und den Geruch prüfen.

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