Bautagebuch in der Sanierung: Was reingehört und wozu es dir hilft
Bautagebuch für Sanierung und Trocknung. Was du jeden Tag einträgst, was woanders hingehört und wie es bei Nachträgen hilft.
Von Michael AlbrandtAktualisiert am 5 Minuten Lesezeit

Inhalt
Wozu brauchst du in der Sanierung ein Bautagebuch?
Ein Wasserschaden dauert oft Wochen. Auf der Baustelle sind deine Leute, Nachunternehmer, der Gutachter und die Hausverwaltung. Jeder sieht nur einen Teil.
Monate später kommen die Fragen. Wann war die Wand offen? Warum lief die Trocknung länger als geplant? Wer hat den Rückbau freigegeben? Ohne Bautagebuch weiß das keiner mehr genau.
Kenn ich: Der Monteur erinnert sich, der Kunde erinnert sich anders. Das Bautagebuch klärt so einen Streit in zwei Minuten.
Was gehört jeden Tag hinein?
Ein Blatt oder ein Eintrag pro Tag und Baustelle. Diese Punkte gehören hinein.
- Datum und Arbeitszeit auf der Baustelle, von wann bis wann.
- Wer war da: eigene Leute, Nachunternehmer und Besucher wie Gutachter oder Verwalter.
- Was gemacht wurde, Raum für Raum. Etwa Rückbau Sockelleisten Flur, Dämmschichtanlage Bad aufgebaut.
- Geräte mit Nummer, die du auf- oder abgebaut hast.
- Befunde: nasse Dämmung, Schimmel hinter der Verkleidung, Verdacht auf Asbest.
- Behinderungen: kein Zugang, Strom aus, Leck noch nicht behoben.
- Absprachen und Anordnungen: wer was gesagt hat, mit Uhrzeit.
- Fotonummern, damit du die Bilder später wiederfindest.
Bei Arbeiten draußen, etwa am Dach, schreibst du auch das Wetter dazu. Die Vorlage unten hat für alles ein Feld.
Passende Vorlagen
Was gehört nicht ins Bautagebuch?
Das Bautagebuch erzählt den Tag. Zahlen, Stunden und Preise stehen in eigenen Protokollen. Das Tagebuch verweist nur darauf. Sonst schreibst du alles doppelt.
| Was | Wo es hingehört | Warum |
|---|---|---|
| Messwerte und Messpunkte | Feuchtemessprotokoll | Der Versicherer will Punkte, Gerät und Verfahren sehen |
| Trockner mit Zählerständen | Geräteprotokoll | Daraus rechnest du die Stromkosten |
| Stunden je Monteur | Tagesarbeitsnachweis oder Zeiterfassung | Für Lohn und Abrechnung nach Aufwand |
| Mehrarbeit mit Preis | Nachtrag | Den muss dein Auftraggeber unterschreiben |
| Abnahme und Mängel | Abnahmeprotokoll | Ab hier läuft die Mängelfrist |
Was ins Messprotokoll gehört, steht in Trocknungsprotokoll: Was die Versicherung sehen will. Die Arbeitszeit schreibst du getrennt auf. Im Bau gilt dafür eine Frist von sieben Tagen. Mehr dazu steht in Arbeitszeit erfassen.
Wie schreibst du einen guten Eintrag?
Ein guter Eintrag ist kurz und hält später stand. So gehst du vor.
- 1Am selben TagSchreib den Eintrag vor Feierabend. Am nächsten Morgen fehlt schon die Hälfte.
- 2Fakten statt MeinungWas du gesehen, gemessen und gehört hast. Keine Urteile über Menschen.
- 3Uhrzeit und NamenWer hat wann was gesagt oder freigegeben? Das ist später die wichtigste Zeile.
- 4Fotonummer dazuZu jedem Befund und jeder Behinderung gehört ein Foto.
- 5Nicht überschreibenFehler streichst du lesbar durch. Nachträge ergänzt du mit Datum.
| So nicht | So ja |
|---|---|
| Kunde war schwierig. | 9:40 Uhr: Mieter im 2. OG öffnet nicht. Termin auf morgen 8 Uhr verlegt. Foto 112. |
| Wand war nass. | Bad, Vorwand hinter WC geöffnet. Dämmung nass, Messpunkt 7. Fotos 113 bis 115. |
| Installateur kommt noch. | Leck an der Zuleitung noch offen. Trocknung Bad nicht gestartet. Hausverwaltung um 11 Uhr informiert. |
Wann hilft dir das Bautagebuch?
Meist merkst du den Wert erst, wenn es Ärger gibt. Diese Fälle kommen in der Sanierung immer wieder.
- Nachtrag: Das Tagebuch zeigt, wann du die nasse Dämmung gefunden hast. Und wann du den Auftraggeber informiert hast.
- Längere Trocknung: Getrocknet wird erst nach der Reparatur. Stand das Leck noch drei Tage offen, steht das im Tagebuch.
- Gutachter: Er sieht, was vor seinem Termin passiert ist und wer dabei war.
- Streit um Stunden: Tagebuch und Stundenzettel zeigen dasselbe Bild.
- Schaden durch andere: Ein Nachbar zieht den Stecker vom Trockner. Das Tagebuch hält fest, wann du es bemerkt hast.
Wie du Mehrarbeit sauber bezahlt bekommst, steht in Nachträge in der Sanierung. Wie du dich auf den Ortstermin vorbereitest, steht in Der Gutachter kommt.
Wer schreibt, und wie lange hebst du es auf?
Pro Baustelle schreibt einer: der Bauleiter oder der erfahrenste Monteur vor Ort. Nachunternehmer melden ihm abends kurz, was sie gemacht haben. So bleibt alles an einem Ort.
Schreib nur auf, was du für den Auftrag brauchst. Über Bewohner gehört nur hinein, was die Arbeit betrifft.
Heb das Bautagebuch mit der Akte auf. Am Bauwerk laufen Mängelansprüche fünf Jahre ab der Abnahme. So lange kann es dein Beweis sein.
Fragen und Antworten
Häufige Fragen
Muss ich in der Sanierung ein Bautagebuch führen?
Das hängt von deinem Vertrag ab. Manche Auftraggeber verlangen es. Führ es trotzdem, weil es dein bester Beweis ist.
Reicht der Tagesarbeitsnachweis nicht aus?
Der Nachweis zeigt die Stunden und Arbeiten eines Monteurs. Das Bautagebuch zeigt die ganze Baustelle mit allen Beteiligten, Befunden und Absprachen.
Papier oder App?
Beides geht. Wichtig ist, dass der Eintrag am selben Tag entsteht und die Fotos dazu passen. In der App hängen Fotos mit Datum und Uhrzeit direkt am Schaden.
Muss der Kunde das Bautagebuch unterschreiben?
Nicht jeden Tag. Wichtige Absprachen lässt du dir aber bestätigen, am besten schriftlich oder per E-Mail.
So startest du mit dem Bautagebuch
- Pro Baustelle festlegen, wer das Bautagebuch schreibt.
- Jeden Tag vor Feierabend einen Eintrag machen.
- Befunde und Behinderungen mit Uhrzeit und Fotonummer notieren.
- Messwerte, Geräte und Stunden in die eigenen Protokolle schreiben.
- Absprachen am Telefon per E-Mail bestätigen.
- Das Bautagebuch mit der Akte mindestens fünf Jahre aufheben.
SanierTakt – die App für Schadensanierung.
Jedes Foto am richtigen Schaden
Fotos landen automatisch im richtigen Schaden. Mit Datum und Uhrzeit. So passt jedes Bild zum Eintrag des Tages.







