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SanierTakt
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Ausbildung und Quereinstieg in der Wasserschadensanierung

Wie wird man Wasserschadensanierer? Passende Ausbildung, Quereinstieg, Fortbildung zu Feuchte und Schimmel und der Weg zum Sachverständigen.

Von Michael AlbrandtAktualisiert am 4 Minuten Lesezeit

Vier Wege in die Sanierung als Karten. Ausbildung, Quereinstieg, Fortbildung zu Feuchte und Schimmel. Dazu der Weg zum Sachverständigen. Darunter Hinweise zu Aufstiegs-BAföG und zum Fachkräfteengpass.
Vier Wege in die Wasserschadensanierung. Welcher passt, hängt von deiner Vorbildung ab.Grafik in voller Größe
Inhalt

Gibt es eine Ausbildung zum Wasserschadensanierer?

Nein. Einen eigenen Ausbildungsberuf gibt es weder für Wasserschaden noch für Schimmel. Auch eine Zulassung braucht ein Sanierungsbetrieb nicht.

Das hat zwei Seiten. Du kommst leichter hinein als in viele andere Berufe. Dafür musst du dir das Wissen gezielt holen. Für Schimmel und Asbest gibt es Pflichten, die du kennen musst.

Für Chefs heißt das: Gute Leute findest du auch außerhalb der Branche. Das hilft. Laut KOFA gab es 2025 in 59 von 115 Handwerksberufen einen Engpass.

Welche Ausbildung passt am besten?

Am nächsten dran ist der Holz- und Bautenschützer. Die Ausbildung dauert drei Jahre. Im dritten Jahr wählst du Holzschutz oder Bautenschutz. Im Bautenschutz geht es um Feuchteschäden, Schimmel und Abdichtungen.

Es gibt auch eine zweijährige Ausbildung zur Fachkraft für Holz- und Bautenschutzarbeiten. Nach der Gesellenprüfung kannst du den Meister machen.

Auch aus anderen Bau- und Ausbauberufen führt ein Weg hinein. Die Kammer Chemnitz nennt für ihre Fortbildung etwa Maler, Stuckateure, Tischler und Installateure.

Wie klappt der Quereinstieg?

Vieles in der Trocknung lernst du im Betrieb. Geräte aufstellen, messen, protokollieren, mit Kunden reden. Wichtig ist ein guter Plan für die ersten Wochen.

  1. 1Mit einem Paten startenDie ersten Wochen immer mit einem erfahrenen Kollegen auf der Baustelle.
  2. 2Unterweisung vor dem ersten EinsatzArbeitsschutz, Strom, Leitern, Schutzausrüstung. Schriftlich festgehalten und jedes Jahr wiederholt.
  3. 3Grundkenntnisse AsbestAlle Beschäftigten brauchen sie. Den Nachweis brauchst du bis zum 5. Dezember 2027.
  4. 4Schimmel nur mit SchulungSchimmelarbeiten erst nach Unterweisung und mit passender Schutzausrüstung.
  5. 5Messen und Protokoll übenVergleichswert, Messpunkte, Verlauf. Das braucht jede Baustelle.

Wie du neue Leute einarbeitest, steht in Neue Leute im Sanierungsbetrieb einarbeiten. Welche Schulungen Pflicht sind, steht in Schulungen für Schimmel und Asbest.

Kann ich den Gesellenbrief nachholen?

Ja. Die Handwerksordnung kennt dafür einen eigenen Weg. Zur Gesellenprüfung wird auch zugelassen, wer lange genug im Beruf gearbeitet hat. Das ist mindestens das Eineinhalbfache der normalen Ausbildungszeit.

Bei einer dreijährigen Ausbildung sind das viereinhalb Jahre. Die Kammer kann auch andere Nachweise anerkennen. Frag im Zweifel deine Handwerkskammer.

Welche Fortbildungen gibt es?

Für Feuchte und Schimmel gibt es eine Fortbildung bei den Handwerkskammern. Der Abschluss heißt Fachkraft für die Sanierung von Feuchte- und Schimmelschäden (HWK). Die Regeln macht jede Kammer selbst. Die Handwerkskammer Chemnitz nennt zum Beispiel diese Punkte.

  • Zulassung: Gesellenprüfung in einem Bau- oder Ausbauberuf. Oder über zwei Jahre Erfahrung in der Sanierung von Feuchte- und Schimmelschäden.
  • Inhalte: Schimmelsanierung, Gefährdungsbeurteilung, Wärme- und Feuchteschutz.
  • Abschluss: eine Prüfung vor der Handwerkskammer.

Einen staatlichen Abschluss für Leckortung oder Bautrocknung haben wir nicht gefunden. Frag bei deinem Gerätehersteller oder deinem Verband nach Schulungen. Für Asbest brauchst du Grundkenntnisse oder Sachkunde nach TRGS 519.

Für längere Fortbildungen wie den Meister gibt es Aufstiegs-BAföG. Gefördert werden Lehrgänge ab 400 Unterrichtsstunden. Die Hälfte der Lehrgangs- und Prüfungsgebühren ist ein Zuschuss.

Wie wird man Gutachter für Wasserschäden?

Das Wort Sachverständiger ist in Deutschland nicht geschützt. Jeder darf sich so nennen. Ein besonderes Gewicht hat der öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige. Für das Handwerk bestellen ihn die Handwerkskammern.

  • Eintrag bei der Kammer: in der Handwerksrolle oder im Verzeichnis der handwerksähnlichen Gewerbe. Als Inhaber oder Leiter.
  • Eignung: persönlich und fachlich geeignet.
  • Geordnete Finanzen: Du lebst in geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen.
  • Prüfung: Vor der Bestellung steht meist eine eigene Prüfung der Fachkunde.

Die genauen Regeln stehen in der Sachverständigenordnung deiner Kammer. Was ein Gutachter beim Schaden macht, steht in Der Gutachter kommt.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Brauche ich eine Ausbildung, um in der Wasserschadensanierung zu arbeiten?

Nein, einen Pflicht-Abschluss gibt es nicht. Für Schimmel und Asbest brauchst du aber Unterweisung und Schulungen.

Welche Ausbildung passt zur Bautrocknung?

Am nächsten dran ist der Holz- und Bautenschützer mit Schwerpunkt Bautenschutz. Die Ausbildung dauert drei Jahre.

Gibt es eine Ausbildung zum Leckorter?

Einen eigenen Ausbildungsberuf dafür haben wir nicht gefunden. Leckortung lernst du im Betrieb und in Schulungen, etwa beim Gerätehersteller.

Wie werde ich Gutachter für Wasserschäden?

Sachverständiger darf sich jeder nennen. Für die öffentliche Bestellung durch die Handwerkskammer brauchst du einen Eintrag dort. Dazu kommt eine Prüfung der Fachkunde.

So startest du in der Sanierung

  • Prüfen, ob eine Ausbildung zum Holz- und Bautenschützer passt.
  • Als Quereinsteiger mit einem Paten starten.
  • Grundkenntnisse Asbest vor Ende 2027 machen.
  • Nach ein paar Jahren die Fortbildung zu Feuchte und Schimmel angehen.
  • Bei der Handwerkskammer nach Gesellenprüfung und Förderung fragen.

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