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Baustelle und Technik

Arbeitsschutz bei der Schimmelsanierung: Maske, Handschuhe, Schleuse

Welche Maske bei der Schimmelsanierung? Atemschutz, Handschuhe, Schutzanzug, Schwarz-Weiß-Bereich und Hygiene nach DGUV Information 201-028.

Von Michael AlbrandtAktualisiert am 4 Minuten Lesezeit

Tabelle mit den Gefährdungsklassen 1, 2a, 2b und 3. Je Klasse stehen Atemschutz und Zugang zum Arbeitsbereich dabei. Von P2 bei Spitzen bis P3 mit Unterdruck.
Schutz nach Gefährdungsklasse, nach DGUV Information 201-028. Die Einstufung macht die fachkundige Person.Grafik in voller Größe
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Wer darf Schimmel sanieren?

Eine Zulassung gibt es nicht, einen Ausbildungsberuf auch nicht. Die DGUV Information 201-028 verlangt aber eine fachkundige Person für die Gefährdungsbeurteilung. Fachkundig ist, wer eine passende Ausbildung oder mindestens zwei Jahre Erfahrung hat. Dazu kommt Wissen im Arbeitsschutz.

Diese Person legt fest, welche Gefährdungsklasse gilt. Danach richtet sich der ganze Schutz in diesem Artikel. Welche Lehrgänge es gibt, steht in Schulungen für Schimmel und Asbest. Wie die Sanierung selbst abläuft, steht in Schimmelsanierung nach Wasserschaden.

Warum kommt die Maske erst am Schluss?

Die DGUV nennt eine feste Reihenfolge. Erst Ersatzstoffe und Technik, dann Organisation, zuletzt die persönliche Schutzausrüstung. Die Maske ist also die letzte Hürde, nicht die erste.

Wo Staub entsteht, fliegen viele Sporen. Arbeite deshalb so staubarm wie möglich. Die DGUV nennt dafür zwei einfache Wege.

  • Absaugen: befallene Flächen vor dem Entfernen mit einem Industriesauger der Staubklasse H absaugen.
  • Feucht abwischen: statt trocken abkratzen oder abbürsten.

Welche Maske brauchst du?

Das hängt von der Gefährdungsklasse ab. Die DGUV nennt diese Mindestanforderungen.

  • FFP-Masken nur einmal: Laut DGUV entsorgst du sie nach einmaligem Gebrauch.
  • Filter täglich wechseln: Filter an Halbmasken mindestens jeden Arbeitstag neu.
  • Bart ab: Bart, Stoppeln oder Koteletten dürfen die Dichtlinie der Maske nicht unterbrechen.
  • Bei langen Arbeiten Gebläse: Die DGUV empfiehlt dann gebläseunterstützten Atemschutz.
Nach DGUV Information 201-028, Abschnitte 9.5 bis 9.8.
GefährdungsklasseAtemschutz laut DGUV
1P2 bei Belastungsspitzen, sonst nach Beurteilung
2aP2, etwa FFP2-Maske oder Halbmaske mit P2-Filter
2bAtemschutz mit Gebläse empfohlen
3P3, Gebläse mit Maske oder Haube empfohlen, dazu dichte Schutzbrille bei Halbmasken

Wie lange darf man eine Maske tragen?

Die DGUV Regel 112-190 nennt Anhaltswerte für die Gebrauchsdauer. Früher hieß das Tragezeit. Nach dem Tragen kommt eine Erholungszeit ohne Maske.

Anhaltswerte nach DGUV Regel 112-190 (11/2021), Tabelle 21. Legt sie am besten mit dem Betriebsarzt fest.
AtemschutzAm StückPause danachJe Schicht höchstens
FFP-Maske ohne Ausatemventil75 Minuten30 Minuten360 Minuten
FFP-Maske mit Ausatemventil150 Minuten30 Minuten420 Minuten
Halbmaske mit P2-Filter150 Minuten30 Minuten420 Minuten
Gebläse mit Haube oder Helm, unter 3 kgkeine Begrenzung––

Handschuhe, Anzug und Brille

Die DGUV nennt für die Schimmelsanierung diese Ausrüstung.

  • Handschuhe: flüssigkeitsdicht, etwa aus Nitril. Den Schaft ziehst du unter das Bündchen des Anzugs.
  • Schutzanzug: staubdichter Chemikalienschutzanzug der Kategorie III, Typ 5/6.
  • Augenschutz: bei Arbeiten über Kopf mit Staub oder wenn Wasser spritzt.

Bei Fäkalwasser kommen eigene Regeln dazu. Mehr dazu steht in Fäkalwasserschaden sanieren.

Wie richtest du den Schwarz-Weiß-Bereich ein?

Der Sanierungsbereich heißt Schwarzbereich. Alles Unbelastete ist Weißbereich. Beide trennst du, damit keine Sporen ins Haus getragen werden. Wie aufwendig die Trennung ist, hängt von der Klasse ab.

  1. 1Grob absaugenDen Schutzanzug noch im Schwarzbereich absaugen.
  2. 2Anzug und Handschuhe ausBeides noch im Schwarzbereich ablegen.
  3. 3Maske abDie Maske zuletzt abnehmen. FFP-Masken entsorgen.
  4. 4Hände waschenErst danach in den Weißbereich.
Nach DGUV Information 201-028, Abschnitte 9.3.1 und 9.5 bis 9.8.
GefährdungsklasseZugang zum Schwarzbereich
1Keine Schleuse nötig
2aStaubdichter Zugang, etwa Folientür mit Reißverschluss
2bEin-Kammer-Schleuse, dazu Lüftung
3Unterdruck im Bereich, bei Bedarf Schleuse mit mehreren Kammern

Schilder für Schimmelpilzsanierung, Schwarzbereich und Weißbereich findest du bei unseren Baustellenschildern. Die DGUV verlangt ein Schild, das Unbefugten den Zutritt verbietet.

Was gilt für Hygiene, Vorsorge und Unterweisung?

Diese Regeln der DGUV gelten auf jeder Schimmelbaustelle.

  • Nicht essen, trinken oder rauchen im Sanierungsbereich. Keine Lebensmittel dort lagern.
  • Hände waschen vor jeder Pause und nach der Arbeit. Waschgelegenheit und Hautpflege stellt der Betrieb.
  • Arbeitskleidung getrennt von der Straßenkleidung aufbewahren.
  • Vorsorge anbieten: FFP-Masken gehören zur Gruppe 1. Dafür bietest du Vorsorge beim Betriebsarzt an. Bei Gruppe 2 und 3 ist sie Pflicht.
  • Unterweisen: vor der ersten Arbeit und mindestens einmal im Jahr, schriftlich festgehalten.

Wie du neue Leute einarbeitest, steht in Neue Leute im Sanierungsbetrieb einarbeiten.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen

Welche Maske brauche ich bei der Schimmelsanierung?

Das legt die Gefährdungsbeurteilung fest. Die DGUV nennt P2 für Klasse 2a und P3 für Klasse 3. Bei Klasse 2b und 3 empfiehlt sie Atemschutz mit Gebläse.

Reicht eine FFP2-Maske für jede Schimmelsanierung?

Nein. Ab Gefährdungsklasse 3 verlangt die DGUV Atemschutz P3. Welche Klasse gilt, entscheidet die fachkundige Person.

Darf ich eine FFP-Maske mehrmals tragen?

Nein. Laut DGUV entsorgst du FFP-Masken nach einmaligem Gebrauch.

Wer darf eine Schimmelsanierung durchführen?

Eine Zulassung gibt es nicht. Du brauchst aber eine fachkundige Person für die Gefährdungsbeurteilung und geschulte Leute.

Deine Liste vor der Schimmelbaustelle

  • Gefährdungsbeurteilung durch eine fachkundige Person schriftlich machen.
  • Staubarm arbeiten, mit H-Sauger und feuchtem Abwischen.
  • Atemschutz, Nitrilhandschuhe und Anzug Typ 5/6 nach Klasse bereitlegen.
  • Schwarz- und Weißbereich trennen, Schilder aufhängen.
  • Pausen nach der Gebrauchsdauer der Masken einplanen.
  • Vorsorge anbieten und jährlich unterweisen.

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